Menschen in aller Welt feiern in diesem Jahr den 200. Geburts-tag Fryderyk Chopins. Auch in Deutschland steht der polnische Komponist ein Jahr lang im Mittelpunkt zahlreicher Konzerte und Veranstaltungen. Das deutsche Chopin-Jahr begann mit einem Abend im Berliner Konzerthaus.
Sie gehören zum festen Repertoire fast aller Pianisten: die Mazurken, Walzer, Polonaisen oder Nocturnes Fryderyk Chopins. Die Bedeutung des polnischen Komponisten und Pianisten, der 1849 im Alter von nur neununddreißig Jahren starb, war schon zu seiner Zeit unumstritten.
Heute wird Chopin nicht nur wegen seiner genialen Kompositionen gefeiert. Sein Lebensweg, der ihn von Warschau über Wien nach Paris führte, machte ihn zum Europäer. In seinen Werken blieb er trotzdem musikalischen Traditionen seiner polnischen Heimat verbunden.
Jubiläum mit Symbolkraft
In seiner Rede zum Auftakt des Chopin-Jahres in Deutschland wies Kulturstaatsminister Bernd Neumann noch auf eine andere Dimension in Chopins Leben und Werk hin: seine unerschöpfliche Freiheitsliebe.
Es sei deshalb von großer symbolischer Kraft, dass im Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung in Polen und Deutschland an Chopin erinnert werde, erklärte Neumann. "Dass wir heute unsere kulturellen Wurzeln im wiedervereinigten Europa gemeinsam pflegen können, haben wir auch der polnischen Freiheitsliebe zu verdanken."
Neumann nahm am Auftaktkonzert zusammen mit seinem polnischen Amtskollegen Bogdan Zdrojewski teil. Zwei polnische Pianisten spielten im Berliner Konzerthaus "Chopin für zwei Klaviere", wobei sie Klassik mit Jazzimprovisationen verbanden.
Engere Zusammenarbeit vereinbart
Neumann und Zdrojewski waren zuvor zu bilateralen Gesprächen im Bundeskanzleramt zusammengetroffen. Dabei ging es vor allem um gemeinsame Projekte im Chopin-Jahr 2010. Neumann und Zdrojewski vereinbarten die Einrichtung eines Stipendiums für Künstlerinnen und Künstler aus Polen, Frankreich und Deutschland.
Für die Zukunft beschlossen sie, sich in der europäischen Kultur- und Medienpolitik enger abzustimmen. Themen waren dabei gemeinsame Strategien zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie die Digitalisierung als wichtiges Zukunftsthema der Kulturpolitik auf EU-Ebene.
Während des Chopin-Jahres 2010 finden allein in Deutschland rund 150 Veranstaltungen und Konzerte statt. Sie stehen unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und seinem polnischen Amtskollegen. Am Programm beteiligen sich auch einige Einrichtungen, die vom Kulturstaatsminister gefördert werden. Unter ihnen sind die Stiftung Genshagen, die Deutsche Welle, "Ein Netz für Kinder" sowie das Kinderinternetportal "Fragfinn.de".
www.berlin.polnischekultur.de
www.chopin2010.pl/en
Chopin-Jahr eröffnet
