Kulturbegegnungen mit Tschechien


Start des Kulturprogramms "Zipp"

Die Kulturstiftung des Bundes setzt mit "Zipp" ihre Reihe bilateraler Kulturprojekte mit den Ländern in Mittel- und Osteuropa fort. Geplant sind deutsch-tschechische Veranstaltungen zu Themen, die die Menschen in beiden Ländern bewegen. Das Programm begann mit einem Themenabend zu den Ereignissen des Jahres 1968 in Prag und Berlin.

Eröffnet wurde der Abend von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Nach seiner Einführung diskutierten Politiker, Kulturschaffende und Zeitzeugen aus Deutschland und Tschechien über Ursachen und Wirkungen des "Prager Frühlings" und der Studentenproteste im Westen.

An dem Gespräch nahmen unter anderen der ehemalige französische Premierminister Lionel Jospin, der erste postkommunistische Außenminister der Tschechoslowakei, Jirí Dienstbier, und der Theologie und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer teil.

Im Mittelpunkt der anschließenden Performances und Diskussionen mit Künstlerinnen und Künstlern aus beiden Ländern stand die grenzüberschreitende Kraft der Popkultur der späten 1960er-Jahre mit ihren Ikonen und Mythen.

Themenschwerpunkte von "Zipp"

Mit dem Themenabend beginnt ein auf zwei Jahre geplantes interdisziplinäres Projekt zum Thema "68/60 - Kunst.Zeit.Geschichte". Es soll Künstlerinnen und Künstler, Theatermacher und Historiker aus Deutschland und Tschechien zusammenführen. Aus den verschiedenen Blickwinkeln werden sie die europäischen Aufbruchsbewegungen der Jahre 1968 und 1989 untersuchen.

Themenschwerpunkte im Rahmen von "Zipp" sind außerdem die verschiedenen deutsch-tschechischen Lebenswelten und die urbane Utopie der mährischen Stadt Zlín. Sie wird in einer Ausstellung und einem Symposium vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist dem Dichter Franz Kafka gewidmet, dessen 125. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Im Herbst 2008 steht eine Konferenz zum Thema "Kafka und die Macht. 1963-1968-2008" auf dem Programm. "Zipp" unterstützt außerdem die historisch-kritische Edition seiner Werke.

Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

Mit "Zipp" führt die Kulturstiftung des Bundes die bilateralen Kulturbegegnungen mit den Ländern im östlichen Europa fort. Vorausgegangen waren die deutsch-polnischen Kulturbegegnungen (2004-2006) und die deutsch-ungarischen Kulturprojekte "Bipolar" (2005-2007). Ziel dieser Projekte ist es, die Menschen in Deutschland und den östlichen Nachbarstaaten mit der Kultur des jeweils anderen Landes besser vertraut zu machen.

Die deutsch-tschechischen Kulturprojekte werden von der Kulturstiftung des Bundes mit Mitteln des Beauftragten für Kultur und Medien in Höhe von drei Millionen Euro gefördert. Kulturstaatsminister Neumann plant, im Rahmen von "Zipp" die Schirmherrschaft über ein Jugendprojekt zu übernehmen: Eine Reise auf der "Arche Europa 2008" über Spree, Havel, Elbe und Moldau soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, mehr über Geschichte und Kultur der beiden Länder zu erfahren.

Quelle »
bundesregierung.de: "Start des Kulturprogramms 'Zipp'"

Website des Kulturprogramms "Zipp"

Kulturstiftung des Bundes  

 

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